29 Jan

Abbildungen der Legge

„Der Grundriß des Alten Rathauses und der alte Grundriß des Legge- und Akzisehauses Markt 1 und 2/3 Erdgeschoss.“ (Lindemann 1984)

„Der Grundriß des Alten Rathauses und der alte Grundriß des Legge- und Akzisehauses Markt 1 und 2/3 Erdgeschoss.“ (Lindemann 1984)

Grundriß der oberen Etage, rechts das „Alte Rathaus“, links die von der Realschule genutzten Räume über der ehemaligen Legge. […] Hinter dem Rathaussaal lagen die alten Gefängniszellen.“ (Lindemann 1984)

Grundriß der oberen Etage, rechts das „Alte Rathaus“, links die von der Realschule genutzten Räume über der ehemaligen Legge. […] Hinter dem Rathaussaal lagen die alten Gefängniszellen.“ (Lindemann 1984)

Der neue Grundriss des alten Rathauses Markt 1, nach dem Umbau 1838/39. (Lindemann 1984)

Der neue Grundriss des alten Rathauses Markt 1, nach dem Umbau 1838/39. (Lindemann 1984)

Grundriß der oberen Etage, rechts das „Alte Rathaus“, links die von der Realschule genutzten Räume über der ehemaligen Legge. […] Hinter dem Rathaussaal lagen die alten Gefängniszellen.“ (Lindemann 1984)

Grundriß der oberen Etage, rechts das „Alte Rathaus“, links die von der Realschule genutzten Räume über der ehemaligen Legge. […] Hinter dem Rathaussaal lagen die alten Gefängniszellen.“ (Lindemann 1984)

„Das alte Rathaus, links daneben das ehemalige Gefängnis, um 1910 aufgenommen. Es ist noch der Zustand der Neubauten von 1836-1839 zu erkennen.“ (Lindemann 1984)

„Das alte Rathaus, links daneben das ehemalige Gefängnis, um 1910 aufgenommen. Es ist noch der Zustand der Neubauten von 1836-1839 zu erkennen.“ (Lindemann 1984)

„Noch bis 1959 konnte man den ehemaligen Baustil des alten Rathauses an der Krahnstraße, Ecke Markt in den Trümmern erkennen. Es waren bereits provisorisch die ersten Läden eingerichtet und für Fußgänger ein bequemer Durchgang geschaffen.“ (Lindemann 1984)

„Noch bis 1959 konnte man den ehemaligen Baustil des alten Rathauses an der Krahnstraße, Ecke Markt in den Trümmern erkennen. Es waren bereits provisorisch die ersten Läden eingerichtet und für Fußgänger ein bequemer Durchgang geschaffen.“ (Lindemann 1984)

Quelle: Lindemann, I. (1984): Das alte Rathaus und die Legge zu Osnabrück. In: Kreisheimatbund Bersenbrück e. V. und Heimatbund Osnabrücker Land e. V. (Hrsg.): Osnabrücker Land – Heimat-Jahrbuch. Ankum. S. 172-188.

01 Okt

Die Osnabrücker Stadtlegge

Was ist die Legge?
Die Stadtlegge von Osnabrück findet zum ersten Mal um 1404 Erwähnung. Sie diente der Qualitätsmessung- und -sicherung des Leinens, das in Osnabrück und im Osnabrücker Land hergestellt wurde. Indem die Legge sogenannte Leggeordnungen herausgab, in denen Vorschriften zur standardisierten Produktion und Verpackung des Leinens festgehalten waren, sollte eine Sicherung der Qualität erfolgen. Weiterhin musste das fertiggestellte und abgepackte Leinen zur Qualitätskontrolle zur Legge gebracht werden. Hier wurde es vermessen, in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt, erhielt ein Qualitätssiegel und wurde danach zum Verkauf freigegeben.

Wohin wurde das Osnabrücker Leinen verkauft?
Das Osnabrücker Leinen wurde lange Zeit fast nur ins Ausland verkauft. Dabei spielten die Kolonialisierung und der Sklavenhandel bei der Verbreitung des Leinens eine große Rolle. Das Osnabrücker Leinen wurde dabei in England „True Born Osnabrughs“ und in Spanien „Coletas“ genannt und nach dem Verkauf in die Kolonien nach Indien, Mittel-, und Südamerika verschifft. Hier war das Leinen ein beliebter Stoff für die Bekleidung. Zur Zeit des Sklavenhandels im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Osnabrücker Leinen dann auch zur Bekleidung der Sklaven in Nordamerika eingesetzt. Besonders beliebt war es, da es günstig und sehr haltbar war. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts sanken die Verkaufszahlen des Leinens ins Ausland immer mehr und das Osnabrücker Leinen wurde hauptsächlich im Inland im Industriebezirk Rheinland und Westfalen gekauft.

Hatte die Osnabrücker Stadtlegge Konkurrenz?
Da das Leinen, welches von der Osnabrücker Stadtlegge geprüft und mit einem speziellen Siegel versehen wurde, sehr beliebt war und im Ausland 20 % mehr Gewinn einbrachte als anderes Leinen aus Norddeutschland, gab es einige Versuche das Osnabrücker Siegel zu fälschen. So erhoffte man sich mit minderwertigerer Qualität einen höheren Gewinn zu erzielen. Oftmals wurden die Fälschungen aber entdeckt und sie stellten keine reale Bedrohung für die Stadtlegge dar.
In Zeiten aber, in denen die Stadtlegge zum Beispiel durch die Nichteinhaltung der Leggeordnung oder hohe Zollgebühren im Ausland geschwächt war, entstanden vermehrt Privatleggen im Osnabrücker Umland. Sie nutzen den schlechten Ruf der Stadtlegge und prüften und verkauften das Leinen nach ihren eigenen Maßstäben und Preisen.
Der Niedergang der Stadtlegge entstand aber nicht durch die Konkurrenz anderer Leggen sondern durch den Wettbewerb zwischen manuell und maschinell gefertigtem Leinen. Als im 19. Jahrhundert die maschinelle Textilherstellung eine immer größere Bedeutung erfuhr, ging die Produktion manuell gefertigten Leinens, welcher einer Qualitätsprüfung durch die Legge bedurfte, immer weiter zurück, so dass die Stadtlegge nach und nach ihre Funktion verlor, bis sie 1902 ganz geschlossen wurde.

23 Jul

Untersuchungen wegen betrügerischen Messens und falscher Zeichnung sowie Umpackens von Leinen (1773)

Aus: Niedersächsisches Landesarchiv Osnabrück (1773-1818): Untersuchungen wegen betrügerischen Messens und falscher Zeichnung sowie Umpackens von Leinen. NLA OS, Dep 3 b V, Nr. 1021.

Nachdem vorgekommen, dass teils Kaufleute auf den Stiftsleggen aufgekaufte und mit dem landesherrlichen Wappen bezeichnete Löwentlinnen nicht also wie es auf den Leggen gezeichnet und aufgenommen, lassen, sondern selbiges wieder losschneiden, umlegen, den Stempel einwärts kehren und nicht unter dem öffentlichen Leggezeichen, sondern unter des Kaufmanns besonderen Stempel versenden sollen, hierdurch aber der Umlegung der Leggen gehabten Heilsamen Absicht entgegen gehandelt wird, und man solchem nachzusehen nicht gemeint ist; als wird hiermit den sämtlichen sich mit dem Linnenhandel befassenden Kaufleuten dieses Hochstifts ernstlich befohlen, dass sie sich künftig vorgedachter Loßschneid-Umleg und anderweiten Bezeichnung der mit dem landesherrlichen Wappen bemerkter Linnen ganz/gänzlich enthalten, und solche nicht anders, als unter dem Leggestempel und Wappen versendet sollen; immaßen man denenjenige, die diesen zuwieder zu handeln, sich unterfangen sollten, die Frechheit des Linnenhandels nicht ferner gestalten, und sie dem Befinden nach noch über dies bestrafen wird. Urkundlich unserer Unterschrift und bengedruckten Regierungssiegels

Gegeben Osnabrück den 17. Juni 1773

Zur Regierung des Hochstifts

Osnabrück verordnete Geheime Räthe

I.W. Riedesel z.E.

Preuß.

23 Jul

Flachsproduktion und -handel (1783)

Aus: Niedersächsisches Landesarchiv Osnabrück (1772-1803): Flachsproduktion und -handel. NLA OS, Rep 150 Grö, Nr. 141.

Da es bei dem diesjährigen Mitmache des Leines nötig und billig erachtet wird, den Untertanen auf andere Weise auszuhelfen: So wird hierdurch den Kaufleuten, welche Flachs aus der Fremde kommen lassen und solches den Untertanen auf Kredit hergeben werden, nicht allen ein besonders bis zu Ende des fünftigen Jahres baurendes Vorzugsrecht auf das von den Schuldnern daraus gesponnene Garn, so wie auf das aus diesen verfertigten Gewebe, solange beides noch in dem Eigentume des Schuldners ist, sondern auch in dem Falle, da solcher bereits verkauft ist, aber der Kaufmann seine Befriedigung auf andere Art suchen muss, die ungesäumte Botenliche Hilfe hiermit zugesichert und zwar der Gestalt, dass feiner mit der Einrede des Stillstandes binnen obbestimmter Zeit, dagegen gehört werden solle.
Osnabrück, den 28. August 1783

Fürstlich Osnabrücksche

geheime Räthe

Bussche

Voigt

23 Jul

Flachsproduktion und -handel (1783)

Aus: Niedersächsisches Landesarchiv Osnabrück (1772-1803): Flachsproduktion und -handel. NLA OS, Rep 150 Grö, Nr. 141.

„Da es bei dem diesjährigen Mißwachse des Leinens nöthig und billig erachtet wird, den Unterthanen auf andere Weise auszuhelfen: So wird hierdurch den Kaufleuten, welche Flachs aus der Fremde kommen lassen, und solches den Unterthanen auf Credit hergeben werden, nicht allein ein besonders bis zu Ende des künftigen Jahres dauerndes Vorzugsrecht auf das von den Schuldnern daraus gesponnene Garn, so wie auf das aus diesen verfertigte Gewebe, so lange beides noch in dem Eigenthume des Schuldners ist, sondern auch in dem Falle, da solches bereits verkauft ist oder der Kaufmann seine Befriedigung auf andere Art suchen muß, die ungesäumte vogtenliche Hülfe hiermit zugesichert; und zwar dergestalt, daß keine mit der Einrede des Stillstandes binnen bestimmter Zeit dagegen gehortet werden solle. Geben Osnabrück den 28ten August 1783“

Fürstlich Osnabrücksche

Geheime Räthe

C.v.d. Bussche