23 Jul

Untersuchungen wegen betrügerischen Messens und falscher Zeichnung sowie Umpackens von Leinen (1773)

Aus: Niedersächsisches Landesarchiv Osnabrück (1773-1818): Untersuchungen wegen betrügerischen Messens und falscher Zeichnung sowie Umpackens von Leinen. NLA OS, Dep 3 b V, Nr. 1021.

Nachdem vorgekommen, dass teils Kaufleute auf den Stiftsleggen aufgekaufte und mit dem landesherrlichen Wappen bezeichnete Löwentlinnen nicht also wie es auf den Leggen gezeichnet und aufgenommen, lassen, sondern selbiges wieder losschneiden, umlegen, den Stempel einwärts kehren und nicht unter dem öffentlichen Leggezeichen, sondern unter des Kaufmanns besonderen Stempel versenden sollen, hierdurch aber der Umlegung der Leggen gehabten Heilsamen Absicht entgegen gehandelt wird, und man solchem nachzusehen nicht gemeint ist; als wird hiermit den sämtlichen sich mit dem Linnenhandel befassenden Kaufleuten dieses Hochstifts ernstlich befohlen, dass sie sich künftig vorgedachter Loßschneid-Umleg und anderweiten Bezeichnung der mit dem landesherrlichen Wappen bemerkter Linnen ganz/gänzlich enthalten, und solche nicht anders, als unter dem Leggestempel und Wappen versendet sollen; immaßen man denenjenige, die diesen zuwieder zu handeln, sich unterfangen sollten, die Frechheit des Linnenhandels nicht ferner gestalten, und sie dem Befinden nach noch über dies bestrafen wird. Urkundlich unserer Unterschrift und bengedruckten Regierungssiegels

Gegeben Osnabrück den 17. Juni 1773

Zur Regierung des Hochstifts

Osnabrück verordnete Geheime Räthe

I.W. Riedesel z.E.

Preuß.